Mecklenburg-Vorpommern: Tag 11 - Usedom
- Taunustörtchen

- 18. Dez. 2021
- 3 Min. Lesezeit

21.09.2021 - Dienstag
Koserow liegt am sogenannten Streckelsberg, der das höchste Steilufer mit 58 Metern aus Usedom hat. Legenden nach soll 4 Kilometer vor Koserow die sagenumwobene Stadt Vineta gelegen haben. Mittlerweile haben wir das Gefühl, dass so ziemlich jede Stadt an der mecklenburgischen Ostseeküste Anspruch auf diese Stadt erhebt. Daneben erhielt der Ort auf ganz andere Weise Aufmerksamkeit. Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte Pfarrer Wilhelm Meinhold Kirchenbucheinträge über einen Hexenprozess und machte daraus den Roman "Maria Schweidler, die Bernsteinhexe". Die Geschichte wurde zum Bestseller und bescherte dem Ort viele neue neugierige Touristen. Wir sind aus ganz anderen Gründen nach Koserow gefahren. Wir wollten die neue Seebrücke im Sonnenaufgang fotografieren. Die neue Seebrücke wurde am 22. Juni 2021 offiziell eröffnet und ist 280 m lang, dreieinhalb Meter breit und ruht auf 67 Gründungspfählen.




Peenemünde, ein abgeschiedener, kleiner Ort in den Usedomer Wäldern gilt als Wiege der Weltraumfahrt. Am 03.11.1942 startete von hier der erste Flugapparat, der bis in den Weltraum vordrang. Dabei handelte es sich um eine von Wernher von Braun konstruierte V2 Rakete, die 192 Kilometer weit fliegen konnte. In der damaligen Heeresversuchsanstalt (HVA) arbeiteten rund 1500 Wissenschaftler und etwa 8000 Spezialisten an unterschiedlichen Projekten. In Peenemünde wurde aber nicht nur an Raketen geforscht, sondern die Anlage stellte eine Art Technologiepark dar. Im ehemaligen Kraftwerk ist das historisch-technische Museum untergebracht, das einen Überblick und die geschichtlichen Hintergründe der HVA vermittelt. Im Tiefseehafen liegt ein russisches Raketenschnellboot und ein russisches U-Boot. Das U-Boot ist 100 Meter lang und 4127 Tonnen schwer und stellt somit das größte U-Boot Museum der Welt dar.


Schmetterlingsfarm, Wiesenweg 5, 17449 Trassenheide - Europas größte Schmetterlingsfarm bietet eine Vielzahl an wundervollen Schmetterlingen in einer großen Halle, die durchweg schön bepflanzt ist. Wer Zeit und Muße mitbringt wird viele verschiedene Arten sehen und Schaukästen zeigen die Entwicklung von der Raupe, über das Puppenstadium bis zum adulten Schmetterling. Der Eintritt ist relativ hoch, aber eine solche Anlage muss schließlich finanziert werden. Ich persönlich fand die weiteren Ausstellungsräume etwas trashig mit den bunten Halbedelsteinen und den Nippes-Shop. Aber wer nicht will, kann ja einfach ohne gucken durchgehen. Das habe ich jedenfalls gemacht. Die filigranen Schmetterlinge haben mich sehr fasziniert, da brauchte es nicht mehr.




Die Kaiserbäder - Die drei traditionsreichen Seebäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck stellen den Mittelpunkt des touristischen Usedoms. Im Laufe der Jahre sind die drei Bäder fast zusammen gewachsen. Wer möchte kann an der Strandpromenade die 8 Kilometer von Bansin bis nach Ahlbeck laufen. Das Geschäft mit den Badegästen wurde so lukrativ, dass sogar Aktiengesellschaften in diesen Bereich investierten und die drei Bäder zum Place to be für Adel, Wirtschaft und Politik wurde.
Bis 1820 war Heringsdorf nur ein kleines namenloses Fischernest. Kronprinz Friedrich Wilhelm verhalf dem Ort zu einem neuen Namen. Worauf Heringsdorf zum kaiserliche Seebad ernannt wurde und vor allem feine und reiche Leute an zog. Diese Leute wollten nicht nur am Strand flanieren, sondern auch anderweitig unterhalten werden. Es entstanden neben luxuriösen Villen, Grandhotels, Spielcasinos, Pferderennbahnen und weitere Sachen die teuer waren. Teilweise lässt sich noch heute dieser Glanz in Heringsdorf entdecken. So ist die Villa Oechsler aus dem Jahr 1883 ein solches Sahnestück. Das Mosaikbild "Badende Grazien" des Italieners Antonio Salviati ist ein echter Hingucker. Leider sind nach dem Krieg auch viele unpassende Hotels in das Stadtbild gebaut worden. Somit wirkt Heringsdorf nicht mehr als eine Einheit, wie man es zum Beispiel von den Seebädern auf Rügen kennt. Heute steht die längste Seebrücke Kontinentaleuropas (500 Meter) in Heringsdorf mit zahlreichen Geschäften und Restaurants.


Mittagessen: Fisch Domke, Friedenstraße 12, 17424 Heringsdorf - Die Frage bei diesem Restaurant ist, wer noch nicht hier war. Ob Kitchen Impossible, der ZDR Fernsehgarten oder andere Prominenz. Sie alle haben hier schon Fisch gegessen. Wir jetzt auch. Der Backfisch und die Pommes waren sehr lecker. Man kann sich aber auch gut durch die verschiedenen Fischbrötchen Futtern.

Seit dem EU-Beitritt Polens ist es einfach nach Swinemünde zu fahren. Wir wollten eigentlich nur günstig tanken und einen Blick auf den sogenannten Grenzmarkt werfen. Als wir aus Ahlbeck hinaus fuhren, haben wir den langen Stau auf der anderen Seite bereits gesehen, uns jedoch gedacht, dass sich dieser bei unserer Rückfahrt bereits aufgelöst hat. Nun was soll ich sagen... Wir haben weder eine Tankstelle gefunden, noch war der Grenzmarkt offen, dafür waren aber fast alle wichtigen Straßen in Swinemünde gesperrt. Wir kamen einfach nicht mehr raus. Wir standen dann über 1.5 Stunden in einer Seitenstraße im Plattenbau von Swinemünde, ohne dass sich noch ein Auto bewegte. Später haben wir gehört, dass eine andere Straße voll gesperrt war und die polnische Polizei daher alles dicht gemacht hat, um einen größeren Kollaps zu verhindern. Völlig erschöpft waren wir nach über drei Stunden wieder in unserem Hotel, ohne günstiges Benzin und ohne Schnäppchen vom Grenzmarkt.



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